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Macht KI Entwickler bald überflüssig?

Softwareentwickler, aufgepasst: Ihre Rolle könnte sich bald verändern. Das sagt zumindest Matt Garman, Chef von Amazon Web Services (AWS), der vor Kurzem andeutete, dass KI schon bald viele Programmieraufgaben übernehmen und die Zukunft der Entwicklung umkrempeln könnte. Aber bevor Sie in Panik geraten und Ihren Lebenslauf für den Berufswechsel aufpolieren: Das ist noch nicht die ganze Geschichte.

KI hält Einzug in die Entwicklung

In der durchgesickerten Aufnahme eines internen Meetings skizzierte Garman, wie er sich die Zukunft der Softwareentwicklung vorstellt. In den nächsten paar Jahren, sagt er, könnte sich das Programmieren, wie wir es kennen, drastisch verändern. „In 24 Monaten, oder irgendwann in naher Zukunft, müssen viele Entwickler vielleicht keinen Code mehr schreiben“, sagte Garman. Das Aussterben der Entwickler sagte er damit nicht voraus, wohl aber einen Wandel ihrer Rolle.

KI-Werkzeuge wie ChatGPT und Gemini verändern die Spielregeln bereits. Diese Systeme schreiben Code, analysieren Daten und erledigen Routineaufgaben. Wenn sich Code automatisch erzeugen lässt, könnten Unternehmen mit weniger Entwicklern mehr schaffen. Das gehört zu einem größeren Umbruch, über den in der Tech-Szene heftig gestritten wird: Hilft KI den Entwicklern, oder nimmt sie ihnen am Ende die Jobs weg?

Programmieren ist nur ein Werkzeug, entscheidend ist die Innovation

Garman argumentiert so: Programmieren war zwar traditionell die Sprache, in der man mit Computern kommuniziert, aber es ist nicht das, was einen Entwickler wertvoll macht. Das eigentliche Können liegt für ihn darin, Lösungen zu schaffen, die für Nutzer zählen. Je mehr repetitive Programmierarbeit die KI übernimmt, desto gefragter werden Innovationskraft und kreatives Denken.

„Programmieren ist nur ein Werkzeug“, sagte Garman und betonte, dass es vor allem darauf ankomme, zu verstehen, was Kunden brauchen, und herauszufinden, wie man Produkte baut, die ihre Probleme lösen. Entwickler werden wohl weniger Zeit mit dem Schreiben von Codezeilen verbringen und mehr Zeit mit Aufgaben auf höherer Ebene, etwa Produktdesign und User Experience.

Eine neue Ära der Entwicklung?

Dass KI die Knochenarbeit beim Programmieren übernimmt, ist keine ganz neue Idee. Branchenanalysten von McKinsey und Bain & Company sagen schon lange voraus, dass generative KI die IT-Branche stark verändern könnte, vor allem die Softwareentwicklung. Skeptiker gibt es trotzdem. Kritiker wenden ein, dass KI zwar Code erzeugen kann, aber nicht immer den Kontext oder den Zweck dahinter versteht. Und genau da sind menschliche Entwickler noch im Vorteil.

Auf Plattformen wie Reddit hat diese Zukunftsvision lebhafte Diskussionen ausgelöst. Manche Entwickler sehen darin eine natürliche Weiterentwicklung: die Chance, sich von der Syntax zu lösen und sich auf abstraktere Probleme auf höherer Ebene zu konzentrieren. Andere wenden ein, dass repetitive und vorhersehbare Programmieraufgaben längst automatisiert sind und die Softwareentwicklung der Zukunft Aufgaben umfassen wird, die mehr Kreativität und Anpassungsfähigkeit verlangen.

Programmieren für alle: Sie müssen kein Entwickler mehr sein

Jetzt wird es noch interessanter. Von KI profitieren nämlich nicht nur Entwickler. Ganz normale Nutzer, also Menschen ohne jede formale Programmiererfahrung, können heute eigene Apps bauen. Dank No-Code- und Low-Code-Plattformen kann jeder mit einer guten Idee und etwas Technikverständnis eine App für den eigenen Bedarf erstellen.

Diese Plattformen sind auf einfache Bedienung ausgelegt: Auch Menschen ohne technischen Hintergrund bauen damit Anwendungen per Drag-and-Drop und mit fertigen Vorlagen. Ob Sie als Kleinunternehmer Abläufe straffen oder als Lehrerin ein Werkzeug für den Unterricht entwickeln wollen: Sie müssen dafür keinen professionellen Entwickler mehr engagieren und auch nicht monatelang programmieren lernen.

Und KI legt noch etwas drauf. Mit integrierten KI-Funktionen können Nutzer jetzt komplexe Funktionen wie Chatbots, Datenanalyse und Bilderkennung in ihre Apps einbauen und so anspruchsvolle, personalisierte Lösungen schaffen, ohne die Technik dahinter verstehen zu müssen.

Eine neue Ära für Entwickler und Nicht-Entwickler

Diese Demokratisierung der App-Entwicklung gehört zu einem größeren Umbruch in der Tech-Welt. Während sich Entwickler auf eine Zukunft einstellen, in der KI einen Großteil des Programmierens erledigt, können Nicht-Entwickler nun Projekte angehen, die früher außerhalb ihrer Reichweite lagen. Bis 2024 könnten mehr als 65 % aller Apps auf No-Code- oder Low-Code-Plattformen entwickelt werden. Dass sich Apps schnell erstellen lassen, ohne in die Tiefen der Programmierung einzutauchen, verändert ganze Branchen und gleicht die Chancen an.

Was bleibt also von alldem? KI ist nicht da, um Entwickler zu ersetzen, sondern um ihre Arbeit zu verbessern. Sicher, der Job sieht 2025 vielleicht anders aus als 2020, aber deshalb sterben Entwickler noch lange nicht aus. Für sie ist es vielmehr die Aufforderung, sich weiterzuentwickeln und sich auf die Teile des Jobs zu konzentrieren, die sich nicht so leicht automatisieren lassen.

AWS hilft seinen Mitarbeitern bereits bei der Umstellung und bietet Schulungen an, damit sie der Entwicklung einen Schritt voraus bleiben. Garmans Botschaft ist letztlich optimistisch: KI wird Entwicklern die eintönigeren Seiten des Programmierens abnehmen und ihnen mehr Zeit für Innovation und kreative Arbeit lassen.

Kurz gesagt: KI mag die Art verändern, wie wir programmieren, aber kreative Menschen, die Probleme lösen, werden so bald nicht überflüssig. Entwickler, die diesen Wandel annehmen, werden in der neuen Ära der Softwareentwicklung aufblühen und nicht von ihr abgehängt werden.

Foto von Google DeepMind

 

Aus dem Englischen übersetzt: zum Originalbeitrag

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