Die Technik entwickelt sich schnell, und KI-Lösungen gehören inzwischen fest dazu, wenn es darum geht, das Nutzungserlebnis zu verbessern und Aufgaben zu automatisieren. OpenAI bietet dafür zwei leistungsfähige Werkzeuge an: Custom GPTs und Assistants. Sie decken unterschiedliche Anforderungen und Kenntnisstände ab, deshalb ist es wichtig, ihre Unterschiede und Einsatzgebiete zu kennen. In diesem Blogbeitrag vergleichen wir Custom GPTs und Assistants, damit Sie entscheiden können, was am besten zu Ihren Anforderungen passt.
Was Custom GPTs sind
Custom GPTs sind personalisierte Versionen von ChatGPT, die Nutzer auf bestimmte Aufgaben oder Themen zuschneiden können. Sie dürfen so einfach oder so komplex sein, wie es der Zweck verlangt, vom Sprachenlernen bis zum technischen Support. Die Erstellung ist bewusst einfach gehalten und setzt keine Programmierkenntnisse voraus. Damit steht sie vielen offen, auch Einzelpersonen und kleinen Unternehmen, die ihre eigenen GPTs direkt in der ChatGPT-Oberfläche anlegen können.
Erstellung und Zugang
Wer ein Custom GPT erstellen will und ein Plus-, Team- oder Enterprise-Abo hat, ruft chatgpt.com/create auf. Die Oberfläche ist übersichtlich und führt Schritt für Schritt durch die Festlegung der Anweisungen, das Hochladen passender Wissensdateien und die Einstellung der Fähigkeiten. Weil dafür kein Code nötig ist, können auch Menschen ohne technische Vorkenntnisse ein Custom GPT entwickeln, das genau zu ihren Anforderungen passt.
Wichtige Funktionen und Fähigkeiten
Custom GPTs bieten eine Reihe von Funktionen:
• Wissensintegration: Nutzer können bestimmte Dateien hochladen, etwa Styleguides oder Unternehmensdokumentation. Das GPT stützt seine Antworten dann auf diese Informationen.
• Fähigkeiten: Custom GPTs können im Web suchen (über Bing), mit DALL·E Bilder erzeugen und mit einem Code Interpreter Code ausführen.
• Actions: Sie können externe Aktionen ausführen, zum Beispiel Informationen abrufen oder mit APIs von Drittanbietern arbeiten. Das eröffnet viel Spielraum für Anpassungen und zusätzliche Funktionen.
Was Assistants sind
Mit der Assistants API bauen Entwickler KI-Assistenten direkt in ihre eigenen Anwendungen ein. Anders als Custom GPTs müssen Assistants per Code integriert werden und eignen sich daher vor allem für Entwickler und Unternehmen mit technischen Ressourcen. Assistants können verschiedene Tools und Modelle nutzen, um Anfragen von Nutzern zu beantworten. Für anspruchsvollere Anforderungen ist das eine weitgehend anpassbare Lösung.
Erstellung und Voraussetzungen
Einen Assistant erstellt man über die OpenAI API, und dafür braucht man Programmierkenntnisse. Entwickler können Anweisungen festlegen, Modelle auswählen und Tools wie Code-Interpretation und Dateiabruf einbinden. Die API ist so flexibel, dass sie sich tief in bestehende Anwendungen integrieren lässt, und für die Nutzer fühlt sich das Ganze dann wie aus einem Guss an.
Wichtige Funktionen und Fähigkeiten
Assistants bringen einige solide Funktionen mit:
• Anweisungen und Modelle: Entwickler können detaillierte Anweisungen vorgeben und zwischen verschiedenen GPT-Modellen wählen, darunter GPT-3.5 und GPT-4.
• Tools: Assistants unterstützen Code-Interpretation, Dateiabruf und eigene Funktionsaufrufe und können damit ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
• Anpassung: Entwickler bestimmen Verhalten, Antwortstil und Integration des Assistants, damit er genau in ihre Anwendung passt.
Die Funktionen im Vergleich
| Funktion | Custom GPTs (ChatGPT) | Assistants (API) |
|---|---|---|
| Erstellung | Ohne Code | Integration erfordert Programmierung |
| Einsatzumgebung | Innerhalb von ChatGPT | Lässt sich in jedes Produkt und jeden Dienst integrieren |
| Preise | In den ChatGPT-Tarifen enthalten | Abrechnung nach Nutzung |
| Benutzeroberfläche | In ChatGPT eingebaute Oberfläche | Für die Nutzung per Programm gedacht |
| Teilen | GPTs lassen sich über eine eingebaute Funktion mit anderen teilen | Keine eingebaute Funktion zum Teilen |
| Hosting | Von OpenAI gehostet | OpenAI hostet keinen Code, der die Assistants API nutzt |
| Tools | Browsing, DALL·E, Code Interpreter, Retrieval und Custom Actions | Code Interpreter, Retrieval und Function Calling |
Vorteile und Einsatzgebiete von Custom GPTs
Custom GPTs sind auf einfache Bedienung und leichten Zugang ausgelegt. Deshalb sind sie bei Einzelpersonen und kleinen Unternehmen beliebt, die rasch eine wirksame KI-Lösung wollen und dafür keine umfangreichen technischen Kenntnisse mitbringen müssen.
Vorteile
- Erstellung ohne Code: Der größte Vorteil von Custom GPTs ist, dass man für die Erstellung keinen Code braucht. Ein paar einfache Schritte in der ChatGPT-Oberfläche genügen, um ein Custom GPT einzurichten.
- Einfache Bedienung: Dank der eingebauten Oberfläche können Nutzer direkt in ChatGPT mit ihren Custom GPTs arbeiten und sie verfeinern. Das ist unkompliziert und erklärt sich von selbst.
- Vielseitigkeit: Custom GPTs lassen sich auf ganz unterschiedliche Zwecke zuschneiden: Kundensupport, kreative Inhalte, Unterstützung beim Lernen oder die Behebung technischer Probleme.
Anwendungsbeispiele
- Kundensupport: Unternehmen können ein Custom GPT erstellen, das häufige Kundenanfragen sofort beantwortet. Die Menschen im Support haben dann mehr Zeit für schwierigere Fälle.
- Erstellung von Inhalten: Texter und Marketingleute können mit Custom GPTs Ideen, Entwürfe und sogar ganze Artikel nach bestimmten Vorgaben und Stilen erzeugen.
- Werkzeuge für die Bildung: Lehrende können GPTs entwickeln, die Lernende bei neuen Themen unterstützen, indem sie auf Basis hochgeladener Unterrichtsmaterialien Erklärungen geben und Fragen beantworten.
Vorteile und Einsatzgebiete von Assistants
Assistants sind flexibler und lassen sich besser integrieren. Damit eignen sie sich besonders für Entwickler und größere Organisationen, die weitreichende Anpassungen und eine Integration in ihre Anwendungen brauchen.
Vorteile
- Flexibilität und Kontrolle: Assistants lassen sich im Detail anpassen und in jede Anwendung integrieren. Verhalten und Fähigkeiten des Assistants bleiben dabei weitgehend unter Ihrer Kontrolle.
- Fortgeschrittene Tools: Entwickler können mit leistungsfähigen Tools wie Code-Interpretation, Dateiabruf und Function Calling hochspezialisierte Assistenten bauen.
- Nahtlose Integration: Assistants lassen sich in bestehende Anwendungen einbetten, sodass das Nutzungserlebnis zu Funktionsumfang und Design des Produkts passt.
Anwendungsbeispiele
- Unternehmenslösungen: Große Organisationen können Assistants in ihre internen Systeme integrieren und damit Routineaufgaben automatisieren, etwa Datenanalysen, die Erstellung von Berichten und die Steuerung von Arbeitsabläufen.
- Entwicklerwerkzeuge: Softwareentwickler können Assistants bauen, die beim Programmieren und Debuggen helfen und Code erklären, und so produktiver und effizienter arbeiten.
- Anwendungen für Kunden: Unternehmen können Assistants in ihre Websites oder Apps einbetten und Nutzern damit personalisierte Interaktionen bieten, zum Beispiel Produktempfehlungen, technischen Support und mehr.
Worauf Sie achten sollten
Bei der Entscheidung zwischen Custom GPTs und Assistants spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
Datenschutz
- Custom GPTs: Nutzer können das Modelltraining ablehnen, indem sie Wissensdateien hochladen, damit ihre Daten privat bleiben. Stützt sich das GPT aber nur auf Anweisungen und hat keine Wissensdatei, gibt es diese Möglichkeit nicht.
- Assistants: Die Nutzung der OpenAI API fließt nicht in das Modelltraining ein. Der Datenschutz ist damit von vornherein höher.
Erstellung und nötige Kenntnisse
- Custom GPTs: Weil die Erstellung ohne Code auskommt, steht sie allen offen, unabhängig von technischen Kenntnissen.
- Assistants: Integration und Anpassung erfordern Programmierkenntnisse und sind daher etwas für Entwickler und technische Teams.
Kosten
- Custom GPTs: In den ChatGPT-Tarifen enthalten, die Nutzung kostet nichts extra.
- Assistants: Die Nutzung wird nach Token abgerechnet, und die Kosten hängen vom jeweiligen GPT-Modell und den verwendeten Funktionen ab.
Fazit
Ob Custom GPTs oder Assistants die richtige Wahl sind, hängt letztlich von Ihren konkreten Anforderungen und Ressourcen ab. Custom GPTs sind eine einfache Lösung ohne Code, die Sie direkt über die ChatGPT-Oberfläche erreichen. Damit passen sie besonders gut zu Einzelpersonen und Organisationen, die etwas Unkompliziertes und ein schnelles Deployment ohne Entwicklungsaufwand suchen. Assistants bieten dagegen mehr Flexibilität und Kontrolle und lassen sich tiefer in Ihre Anwendungen und Websites integrieren, verlangen für die Umsetzung aber ein gewisses technisches Know-how.
Wägen Sie bei Ihrer Entscheidung ab, welches Gewicht Datenschutz, Aufwand bei der Erstellung, Zugänglichkeit und Kosten für Sie haben. Beide Lösungen haben ihre eigenen Vorteile und können die Interaktion mit Nutzern deutlich verbessern und verschiedene Aufgaben automatisieren.
Aus dem Englischen übersetzt: zum Originalbeitrag